Willkommen

TheaterWeltenErschaffen e.V. ist eine Amateurtheater-Initiative im Raum Köln-Dellbrück/ Bergisch Gladbach. Der Verein ist eine Einrichtung in organisatorischer Nähe zur Wirkstatt für neuen Wind und organisiert Theaterprojekte, Fortbildungen und andere Veranstaltungen. Kern der Aktivität sind die theaterpädagogischen Projekte unter dem Ensemblenamen TheaterWeltenErschaffen.

Zur Zeit erarbeitet das EnsembleDie Irre von Chaillot“ (La Folle de Chaillot) des französischen Diplomaten und Schriftstellers Jean Giraudoux (1882–1944).

Aufführungen sind im Frühjahr 2017 geplant.

Zum Stück:

Das Stück ist eine bitter-melancholische Satire auf das Treiben der Spekulanten und Geschäftemacher während der deutschen Besatzungszeit in Paris.

Der angeblich auf Realität und Vernunft beruhende materialistische Kapitalismus und angeblich fortschrittliche Zeitgeist (Präsident, Baron, Makler und Prospektor stehen stellvertretend für Unternehmer, Finanzwelt, (Geld-)Adel sowie Fortschritt und moderne Technik insgesamt) ist das eigentlich Wahnsinnige.

Die Irren (symbolisiert durch die exzentrischen Freundinnen) sind in Wahrheit diejenigen mit gesundem Menschenverstand, haben durch ihren Schutzpanzer ihre Tatkraft, Freiheitsliebe und Mitmenschlichkeit bewahrt. Sie und die Armen und Künstler (symbolisiert durch den Lumpensammler, das Blumenmädchen, den Straßensänger usw.) sind auch die Einzigen, die noch nicht den Zwängen dieses brutalen Gesellschaftssystems folgen (müssen), sondern menschlich handeln (können), da sie für die Wirtschaft nicht von Bedeutung sind.

Giraudoux bringt diese Kernaussage nicht in belehrender Weise, sondern in der Form eines poetisch verpackten modernen Märchens: Die Bösen erhalten alle ihre gerechte Strafe, Lebensfreude und Gewitztheit besiegen den mächtigen Materialismus, die Liebenden finden zueinander.

Entstehung:

Nach Kriegsbeginn wurde Giraudoux zum „commissaire général à l’Information“ ernannt, einer Art Propaganda-Minister; er zog sich aber nach dem deutschen Angriff, dem „blitz allemand“, im Mai 1940 und der Etablierung des Pétain-Regimes im Juni mehr und mehr ins Private zurück. In der relativen Normalität, die – trotz der deutschen Besatzung – von Herbst 1940 bis etwa Ende 1943 in Frankreich herrschte, publizierte er eine Sammlung von Vorträgen und Essays und schrieb weitere Stücke, darunter La Folle de Chaillot, 1943 als letztes Werk vor seinem mysteriösen plötzlichen Tod.